Das kleine ET420-Lexikon

Heizung

 

Die Heizung der Fahrgasträume erfolgt über eine elektrische Widerstandsheizung unter Zuhilfenahme der Bremswiderstände.

Zur Steuerung sind in jedem Fahrgastraum zwei Temperaturfühler angebracht (einer pro Wagenhälfte). Diese sind an der elektropneumatischen Heizungssteuerung angeschlossen, die sich in einem Blechkasten in der Bodenwanne neben dem Bremsschütz befindet. In dieser Steuerungseinrichtung befinden sich ein Regler für die Fahrgastraumtemperatur und ein Regler für die Kanaltemperatur. Es kommen hier Universalregler verschiedener Bauarten zum Einsatz: Bauart Contric M, Bauart Bitric P (z.B. für 420 476-489) oder Bauart Digitric.

Sinkt die Fahrgastraumtemperatur unter einen bestimmten Wert gibt der Regler den Befehl zum Heizen an ein Relais. Dieses steuert wiederum den Heizschütz an. Gleichzeitig wird über einen Druckübersetzer der pneumatische Klappensteller mit Druckluft beaufschlagt, so dass dieser über ein Gestänge eine Luftklappe umstellt, welche die Abluft des Bremswiderstands nun nicht mehr nach unten ins Freie, sondern nach oben in den Fahrgastraum leitet. Hierdurch kann im Winter auch die Abwärme der elektrodynamischen Bremse zum Heizen des Fahrgastraumes verwendet werden. Steigt nun in der Folge die Temperatur im Luftkanal zu stark an stellt der Regler für die Kanaltemperatur die Klappe wieder auf Abluft.

Wird im Heizbetrieb die Temperatur im Fahrgastraum oder im Luftkanal zu groß, dann wird das Heizschütz über den entsprechenden Universalregler abgeschaltet und ggf. die Luftklappe auf Abluft umgestellt. Bei einem festhängenden Heizschütz kann hierbei das Phänomen auftreten, das der Zug ins Freie heizt, da dieses dann nicht abfallen kann. Zur Temperaturüberwachung der Bremswiderstände und zur Drehzahlumschaltung der Bremswiderstandslüfter sind noch zwei Temperaturregler der Bauart JUMO LAN T eingebaut, die bei einer Bremswiderstandstemperatur von 200 Grad die Lüfter auf hohe Drehzahl schalten und bei einer Temperatur von 450 C das Brems- und das Heizschütz abschalten. Darüber hinaus ist noch ein Druckschalter eingebaut, der überwacht, dass der Bremswiderstandslüfter auch tatsächlich Luft fördert. Außerdem sind die Brems- und Heizschütze gegeneinander verriegelt, da ein gleichzeitiges Anziehen beider Schütze fatale Folgen hätte, wenn gleichzeitig Gleich- und Wechselspannung am Bremswiderstand anliegen würde.

Die Heizung der Führerräume erfolgt mittels Heizstäben die auf der Fahrerseite (2 Stück) und auf der Beimannseite (1 Stück) in der Führerstandsrückwand eingebaut sind und die über Thyristor-Energieregler stufenlos geregelt werden können.
Desweiteren ist noch ein elektrisches Warmluftheizgerät (eingebaut im Führerpult) vorhanden, welches über eine elektrisch betätigte Klappe entweder mit Umluft oder mit Frischluft betrieben werden kann. Der Lüfter des Warmluftheizgerätes kann mit einem Schalter auf dem Führerpult in zwei Drehzahlen angesteuert werden. Über einen Energieregler mit beheiztem Bimetallschalter (funktioniert ähnlich wie ein Thermostat) kann die Temperatur der Warmluft vorgewählt werden (Regelverhalten allerdings bescheiden...). Dieser Regler steuert den Heizschütz an. Mit dem Abfallen des Heizschützes wird über ein Zeitrelais ein Lüfternachlauf aktiviert, so dass nach Ausschalten des Warmluftheizgerätes die Lüfter noch 2 Minuten weiter laufen um einen Wärmestau im Heizgerät zu vermeiden. Für den Fall einer Störung am Enerieregler ist ein Sicherheitsthermostat im Heizgerät eingebaut, der bei 185 C die Heizung selbstständig abschaltet. Dieser kann nur über eine Kette mit einem Knauf auf dem Führerpult zurückgestellt werden.
Im Führerstand befinden sich darüber hinaus noch eine Fußraumheizung und eine Scheibenheizung.

(mw)
10.03.2008